Methodik

Elektroauto-Ladeprofil (EV v1)

Zweck dieser Methodik

Diese Methodik beschreibt das Berechnungsverfahren, mit dem SpeicherGrenze ein individuelles Heimladeprofil für Elektrofahrzeuge erzeugt.

Das Ladeprofil basiert ausschließlich auf den vom Nutzer angegebenen Eingabedaten. Es werden keine durchschnittlichen Fahrprofile, pauschalen Verbrauchswerte oder vereinfachten Standardannahmen verwendet.

Das Ergebnis dieser Methodik ist ein deterministisches 15-Minuten-Ladeprofil, das zusammen mit dem Haushaltslastprofil und einer optionalen Wärmepumpe die Grundlage der Speicherberechnung bildet.

Grundprinzip

SpeicherGrenze versucht nicht, das Verhalten eines durchschnittlichen Haushalts vorherzusagen.

SpeicherGrenze berechnet den konkreten Haushalt anhand der vom Nutzer angegebenen Daten.

Warum wird das Elektroauto separat modelliert?

Ein Elektrofahrzeug erhöht nicht nur den jährlichen Stromverbrauch eines Haushalts. Es verändert vor allem den zeitlichen Verlauf des Energiebedarfs.

Für die Dimensionierung eines Batteriespeichers ist deshalb nicht allein entscheidend, wie viel Energie ein Elektrofahrzeug im Jahr benötigt. Ebenso wichtig ist, wann das Fahrzeug zu Hause verfügbar ist und in welchen Zeitfenstern es geladen werden kann.

Zwei Haushalte mit identischer Jahresfahrleistung können dadurch völlig unterschiedliche Lastprofile aufweisen. Unterschiede entstehen beispielsweise durch verschiedene Fahrgewohnheiten, Ladefenster oder regelmäßige Lademöglichkeiten am Arbeitsplatz.

SpeicherGrenze berücksichtigt das Elektrofahrzeug deshalb nicht als pauschalen Zusatzverbrauch. Stattdessen wird aus den vom Nutzer angegebenen Eingabedaten zunächst ein individuelles Heimladeprofil erzeugt. Erst dieses Ladeprofil wird anschließend gemeinsam mit der Haushaltslast und einer optionalen Wärmepumpe für die Speicherberechnung verwendet.

Fahrzeugdaten
Individuelles Heimladeprofil
Haushaltslast+optionale Wärmepumpe
Gesamtlastprofil
Speicherberechnung

Welche Eingabedaten werden verwendet?

Die Qualität eines berechneten Ladeprofils hängt unmittelbar von den verfügbaren Eingabedaten ab. SpeicherGrenze verwendet deshalb ausschließlich Parameter, die einen nachweisbaren Einfluss auf den Energiebedarf oder auf den zeitlichen Verlauf der Heimladung haben.

Es werden keine Informationen abgefragt, die für die Berechnung keinen messbaren Mehrwert liefern. Gleichzeitig werden keine Standardwerte oder typischen Fahrprofile angenommen, wenn diese durch konkrete Nutzereingaben ersetzt werden können.

Die folgenden Eingabedaten bilden die Grundlage für die Berechnung des Heimladeprofils.

Fahrzeug

EingabeEinheitZweck
Jahresfahrleistungkm/JahrBestimmt den jährlichen Energiebedarf des Fahrzeugs.
StromverbrauchkWh/100 kmWandelt die Fahrleistung in einen jährlichen Strombedarf um.
Nutzbare BatteriekapazitätkWhBestimmt, wie viel Energie das Fahrzeug zwischen Fahrten speichern kann.

Typische Fahrstrecken

EingabeEinheitZweck
Montag bis Freitagkm/TagBeschreibt das typische Fahrverhalten an Werktagen.
Samstagkm/TagBerücksichtigt abweichende Fahrten am Wochenende.
Sonntagkm/TagBerücksichtigt ruhige oder fahrfreie Tage.

Die Angaben zu den typischen Fahrstrecken bestimmen nicht den jährlichen Energiebedarf. Dieser wird ausschließlich aus der angegebenen Jahresfahrleistung berechnet.

Die typischen Tagesfahrstrecken beschreiben ausschließlich die zeitliche Verteilung der Fahrleistung innerhalb einer Woche. SpeicherGrenze skaliert diese Verteilung automatisch so, dass sie exakt zur angegebenen Jahresfahrleistung passt.

Laden zu Hause

EingabeEinheitZweck
Maximale LadeleistungkWBegrenzt die maximal mögliche Ladeenergie pro Zeiteinheit.
Ladefenster Montag bis FreitagUhrzeitDefiniert, wann zu Hause geladen werden kann.
Ladefenster SamstagUhrzeitBerücksichtigt abweichende Verfügbarkeit am Wochenende.
Ladefenster SonntagUhrzeitBerücksichtigt individuelle Ladezeiten am Sonntag.

Die Ladefenster definieren den Zeitraum, in dem das Fahrzeug zu Hause normalerweise zum Laden angeschlossen ist.

Benötigt das Fahrzeug Energie, kann die Heimladung ausschließlich innerhalb dieses Zeitfensters beginnen. Außerhalb des angegebenen Ladefensters findet keine Heimladung statt.

Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine PV-optimierte Ladesteuerung. SpeicherGrenze berücksichtigt bei der Erzeugung des Heimladeprofils weder die aktuelle PV-Erzeugung noch dynamische Stromtarife oder den Ladezustand des Heimspeichers.

Das Ladefenster wird ausschließlich durch den Nutzer festgelegt. Wer sein Fahrzeug am Wochenende üblicherweise tagsüber anschließt, kann ein entsprechendes Ladefenster, beispielsweise 10:00 bis 16:00 Uhr, angeben. Wird das Fahrzeug überwiegend über Nacht geladen, sollte ein entsprechendes Nachtfenster, beispielsweise 17:30 bis 07:00 Uhr, gewählt werden.

Das erzeugte Heimladeprofil bildet damit ausschließlich die vom Nutzer angegebene Ladeverfügbarkeit ab. Versteckte Annahmen über das Ladeverhalten werden nicht getroffen.

Laden am Arbeitsplatz

EingabeEinheitZweck
Arbeitsplatzladung vorhandenJa / NeinBerücksichtigt regelmäßige Lademöglichkeiten außerhalb des Hauses.
Geladene EnergiekWh/MonatBeschreibt die durchschnittlich geladene Energiemenge.
LadetageTage/MonatBeschreibt, auf wie viele Ladevorgänge sich diese Energiemenge verteilt.

Die monatliche Energiemenge allein reicht für eine realistische Modellierung nicht aus. 120 kWh pro Monat können beispielsweise durch vier größere Ladevorgänge oder durch zwanzig kleine Ladevorgänge entstehen. Beide Fälle führen zu einem unterschiedlichen Ladeverhalten zu Hause.

Warum werden keine weiteren Daten abgefragt?

SpeicherGrenze beschränkt die Eingaben bewusst auf Parameter, die einen direkten Einfluss auf das Ladeprofil haben. Informationen wie Fahrzeugmodell, Hersteller oder Batterietechnologie werden für die Berechnung des Heimladeprofils nicht benötigt und deshalb nicht abgefragt.

Ebenso werden keine Annahmen über Abfahrtszeiten, Rückkehrzeiten oder tägliche Fahrstrecken getroffen. Soweit möglich basiert die Berechnung ausschließlich auf den vom Nutzer bereitgestellten Informationen.

Wie berechnet SpeicherGrenze das Ladeprofil?

Das Heimladeprofil entsteht in mehreren aufeinander aufbauenden Berechnungsschritten. Jeder Schritt verwendet ausschließlich die zuvor beschriebenen Eingabedaten. Es werden keine zusätzlichen Annahmen über das Fahrverhalten oder über Ladegewohnheiten getroffen.

Schritt 1

Berechnung des jährlichen Energiebedarfs

Jahresfahrleistung+Stromverbrauch
jährlicher Energiebedarf

Aus der angegebenen Jahresfahrleistung und dem Stromverbrauch wird zunächst der jährliche Energiebedarf des Fahrzeugs berechnet.

Schritt 2

Zeitliche Verteilung

Mo–Fr Samstag Sonntag
Verteilung über das Kalenderjahr

Anschließend wird dieser Energiebedarf entsprechend der angegebenen typischen Fahrstrecken auf die einzelnen Tage des Jahres verteilt. Die Jahresfahrleistung bleibt dabei unverändert. Die Tageswerte bestimmen ausschließlich die zeitliche Verteilung.

Schritt 3

Arbeitsplatzladung

Fahrenergie
Arbeitsplatzladung
verbleibender Energiebedarf

Falls regelmäßig am Arbeitsplatz geladen wird, berücksichtigt SpeicherGrenze diese Energiemenge als zusätzliche Energiequelle außerhalb des Hauses. Dadurch reduziert sich der spätere Heimladebedarf entsprechend der tatsächlichen Ladevorgänge.

Schritt 4

Fahrzeugbatterie

Fahrt
Fahrzeugbatterie
Heimladung

Die Fahrzeugbatterie dient während der gesamten Simulation als Energiespeicher zwischen Fahrten und Ladevorgängen. Dadurch kann Energie über mehrere Tage gespeichert und später wieder genutzt werden. Dieses Verhalten entspricht dem realen Einsatz eines Elektrofahrzeugs wesentlich besser als eine rein tägliche Bilanzierung.

Schritt 5

Erzeugung des Heimladeprofils

Ladefenster+Ladeleistung+Fahrzeugbatterie
15-Minuten-Heimladeprofil

Innerhalb der angegebenen Ladefenster wird ein deterministisches 15-Minuten-Heimladeprofil erzeugt. Außerhalb dieser Zeiträume findet keine Heimladung statt.

Schritt 6

Übergabe an die Speicherberechnung

Haushalt+Wärmepumpe+Elektroauto
Gesamtlastprofil
SpeicherGrenze

Das erzeugte Heimladeprofil wird anschließend gemeinsam mit dem Haushaltslastprofil und einer optionalen Wärmepumpe zu einem gemeinsamen Lastprofil zusammengeführt. Erst dieses Gesamtlastprofil bildet die Grundlage der eigentlichen Speicherberechnung.

Rechenbeispiel

Die folgenden Eingabedaten dienen ausschließlich zur Veranschaulichung der Berechnung. Für jeden Haushalt erzeugt SpeicherGrenze ein eigenes Ladeprofil auf Grundlage der tatsächlich eingegebenen Nutzerdaten.

Eingabedaten

Für dieses Beispiel werden folgende Fahrzeug- und Ladedaten verwendet.

Fahrzeug

ParameterWert
Jahresfahrleistung18.000 km
Stromverbrauch17,5 kWh / 100 km
Nutzbare Batteriekapazität60 kWh

Typische Fahrstrecken

WochentagFahrstrecke
Montag–Freitag55 km
Samstag25 km
Sonntag0 km

Heimladung

ParameterWert
Maximale Ladeleistung11 kW
Ladefenster Montag–Freitag17:30 – 07:00
Ladefenster Samstag10:00 – 16:00
Ladefenster Sonntag10:00 – 16:00

Arbeitsplatzladung

ParameterWert
ArbeitsplatzladungJa
Geladene Energie120 kWh / Monat
Ladetage4 pro Monat

Ergebnis der Berechnung

ErgebnisWert
Jährlicher Fahrenergiebedarf3.150 kWh
Heimladung2.618,8 kWh
Arbeitsplatzladung531,2 kWh
Nicht nutzbare Arbeitsplatzladung908,8 kWh
Zeitauflösung15 Minuten
Anzahl der Zeitschritte35.040

Berechnetes Ladeprofil (CSV)

Das vollständige Ladeprofil dieses Rechenbeispiels kann als CSV-Datei heruntergeladen werden.

Auszug aus der CSV-Datei

DatumUhrzeitHeimladung
10.01.202517:302,75 kWh
10.01.202517:452,75 kWh
10.01.202518:002,75 kWh
10.01.202518:152,75 kWh
11.01.202509:450,00 kWh
11.01.202510:002,75 kWh
11.01.202510:152,2803 kWh
11.01.202510:300,00 kWh
12.01.202510:000,00 kWh
12.01.202510:150,00 kWh
12.01.202510:300,00 kWh
12.01.202510:450,00 kWh

Visualisierung

Die folgende Abbildung zeigt das aus den Eingabedaten erzeugte Heimladeprofil.

Heimladung [kWh je 15 min]

Datum / Uhrzeit

Dargestellt sind die 15-Minuten-Werte vom 10.01.2025, 00:00 Uhr, bis 12.01.2025, 23:45 Uhr. Die Werte stammen unverändert aus dem Referenzprofil.

Interpretation

In diesem Beispiel beträgt der jährliche Fahrenergiebedarf 3.150 kWh.

Davon werden 531,2 kWh regelmäßig am Arbeitsplatz geladen.

Für die Heimladung verbleiben 2.618,8 kWh, die SpeicherGrenze entsprechend der angegebenen Ladefenster auf das gesamte Kalenderjahr verteilt.

Im gewählten Beispiel steht das Fahrzeug an Werktagen erst ab 17:30 Uhr für die Heimladung zur Verfügung. Deshalb entstehen die meisten Ladevorgänge in den Abend- und Nachtstunden.

An Samstagen und Sonntagen gilt in diesem Beispiel das Ladefenster 10:00–16:00. Dieses Tagesfenster ist ausdrücklich angegeben. Ob tatsächlich geladen wird, hängt ausschließlich vom Energiezustand der Fahrzeugbatterie ab. Verfügbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass geladen werden muss.

Im vorliegenden Beispiel können 908,8 kWh der theoretisch verfügbaren Arbeitsplatzladung nicht genutzt werden. Ursache ist die begrenzte Speicherkapazität der Fahrzeugbatterie. SpeicherGrenze berücksichtigt deshalb ausschließlich die Energiemenge, die physikalisch tatsächlich aufgenommen werden kann.

Das erzeugte Heimladeprofil wird anschließend gemeinsam mit der Haushaltslast und einer optionalen Wärmepumpe zum Gesamtlastprofil zusammengeführt und bildet die Grundlage der Speicherberechnung.

Grenzen des Modells

Das EV-Modell von SpeicherGrenze bildet den Energiebedarf und die Heimladung eines Elektrofahrzeugs auf Basis der angegebenen Nutzerdaten ab. Es ist für die Dimensionierung eines Heimspeichers ausgelegt. Eine vollständige Fahrzeugsimulation ist nicht Ziel des Modells.

Die folgenden Grenzen sind bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen.

Keine exakten Abfahrts- und Ankunftszeiten

SpeicherGrenze fragt keine einzelnen Fahrten oder festen Abfahrtszeiten ab. Die typischen Fahrstrecken für Montag bis Freitag, Samstag und Sonntag beschreiben die Verteilung der Fahrleistung innerhalb des Jahres.

Die angegebenen Ladefenster legen fest, wann das Fahrzeug für die Heimladung verfügbar ist. Sie ersetzen keinen detaillierten Fahrtenkalender.

Das Modell eignet sich damit für die energetische Speicherberechnung, nicht für die minutengenaue Rekonstruktion einzelner Fahrzeugbewegungen.

Arbeitsplatzladung wird regelmäßig verteilt

Bei vorhandener Arbeitsplatzladung werden die angegebene monatliche Energiemenge und die Anzahl der Ladetage berücksichtigt.

SpeicherGrenze kennt jedoch nicht die tatsächlichen Kalendertage, an denen das Fahrzeug am Arbeitsplatz geladen wird. Die Ladevorgänge werden deshalb innerhalb der möglichen Werktage eines Monats nach einem festen, reproduzierbaren Verfahren verteilt.

Dabei kann nur so viel Energie aufgenommen werden, wie die Fahrzeugbatterie zum jeweiligen Zeitpunkt noch aufnehmen kann. Nicht aufnehmbare Energie wird nicht künstlich auf andere Tage verschoben.

Konstanter Fahrzeugverbrauch

Der eingegebene Stromverbrauch in kWh/100 km wird für das gesamte Berechnungsjahr verwendet.

Einflüsse wie Außentemperatur, Geschwindigkeit, Fahrstil, Heizung, Klimatisierung oder unterschiedliche Streckenprofile werden nicht separat modelliert.

Werden diese Effekte bereits durch einen realistischen Jahresverbrauch des Fahrzeugs berücksichtigt, fließen sie indirekt in die Berechnung ein.

Keine detaillierte Ladecharakteristik des Fahrzeugs

Die maximale Ladeleistung begrenzt die Heimladung. Eine fahrzeugspezifische Reduzierung der Ladeleistung bei hohem Batterieladestand wird nicht modelliert.

Ebenso werden Batterietemperatur, Zellchemie, Alterung und fahrzeugspezifische Ladeelektronik nicht separat berücksichtigt.

Für die Speicherberechnung wird die nutzbare Batteriekapazität als begrenzter Energiespeicher behandelt.

Keine separate Modellierung von Ladeverlusten

Der angegebene Verbrauch in kWh/100 km wird in der aktuellen Methodik als Energiebedarf der Fahrzeugladung verwendet.

Zusätzliche Verluste der Wallbox, des Onboard-Laders oder der Fahrzeugbatterie werden nicht als eigener Verlustfaktor aufgeschlagen. Sollen diese Verluste berücksichtigt werden, sollte der eingegebene Verbrauch möglichst dem tatsächlich gemessenen Strombezug für das Fahrzeug entsprechen.

Keine intelligente Ladesteuerung

Version 1.0 modelliert eine normale, nicht PV-optimierte Heimladung innerhalb der vom Nutzer angegebenen Ladefenster.

Nicht Bestandteil dieser Methodik sind:

  • PV-Überschussladen
  • dynamische Stromtarife
  • tarifabhängige Ladeverschiebung
  • HEMS-gesteuertes Laden
  • Vehicle-to-Home oder bidirektionales Laden
  • gezielte Optimierung der Fahrzeugladung anhand des Ladezustands des Heimspeichers

Diese Funktionen würden das Ladeverhalten aktiv verändern und benötigen deshalb eine eigene Methodik.

Ein Elektrofahrzeug pro Berechnung

Die aktuelle Methodik bildet ein Elektrofahrzeug ab. Mehrere Fahrzeuge mit unterschiedlichen Fahrprofilen, Batteriekapazitäten und Ladefenstern werden in Version 1.0 nicht als getrennte Fahrzeuge simuliert.

Validierung

Die Berechnung des EV-Ladeprofils wird auf mehreren Ebenen geprüft. Ziel der Validierung ist sicherzustellen, dass das Modell reproduzierbare Ergebnisse liefert und die Energieflüsse innerhalb der Simulation nachvollziehbar bleiben.

Deterministische Berechnung

Bei identischen Eingabedaten erzeugt SpeicherGrenze immer dasselbe Ladeprofil.

Es werden keine zufälligen Fahrten, Ladezeiten oder zusätzlichen Verbrauchswerte erzeugt. Dadurch kann ein Ergebnis jederzeit mit denselben Eingaben erneut berechnet und überprüft werden.

Energiebilanz

Für jedes berechnete Jahr wird kontrolliert, ob die Energieströme innerhalb des Fahrzeugmodells zusammenpassen.

Dabei werden insbesondere folgende Größen getrennt erfasst:

  • Fahrenergiebedarf
  • tatsächlich gedeckter Fahrenergiebedarf
  • nicht gedeckter Fahrenergiebedarf
  • deklarierte Arbeitsplatzladung
  • tatsächlich aufgenommene Arbeitsplatzladung
  • nicht aufnehmbare Arbeitsplatzladung
  • Heimladung
  • Energieinhalt der Fahrzeugbatterie zu Beginn und am Ende des Berechnungszeitraums

So kann überprüft werden, ob Energie innerhalb der Simulation verloren geht, doppelt berücksichtigt wird oder an einer Stelle auftaucht, an der sie physikalisch nicht vorhanden sein kann.

Begrenzung durch die Fahrzeugbatterie

Der Energieinhalt der Fahrzeugbatterie darf während der gesamten Berechnung weder unter null fallen noch die angegebene nutzbare Batteriekapazität überschreiten.

Auch externe Ladevorgänge werden nur bis zur verfügbaren freien Batteriekapazität berücksichtigt.

Das Rechenbeispiel dieser Methodik zeigt diesen Fall unmittelbar: Von den jährlich angebotenen 1.440 kWh Arbeitsplatzladung können 531,2 kWh tatsächlich aufgenommen werden. 908,8 kWh bleiben ungenutzt, weil das Fahrzeug zu den entsprechenden Zeitpunkten keine zusätzliche Energie aufnehmen kann.

Prüfung der Ladefenster

Heimladung darf ausschließlich innerhalb der vom Nutzer angegebenen Zeitfenster stattfinden.

Jedes Ladefenster hat eine ausdrückliche Anfangs- und Endzeit. Identische Anfangs- und Endzeiten sind ungültig und bedeuten nicht eine Verfügbarkeit über 24 Stunden.

Für jedes 15-Minuten-Intervall wird geprüft, ob das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt für die Heimladung verfügbar ist. Außerhalb dieser Zeiträume bleibt die EV-Heimlast bei null.

Die maximale Ladeenergie pro Intervall wird zusätzlich durch die angegebene Ladeleistung begrenzt.

Bei einer Ladeleistung von 11 kW können beispielsweise innerhalb eines 15-Minuten-Intervalls maximal 2,75 kWh geladen werden.

Jährliche Fahrleistung

Die typische Fahrstrecke für Montag bis Freitag, Samstag und Sonntag dient ausschließlich zur zeitlichen Verteilung der Fahrleistung.

Die daraus entstehende Tagesstruktur wird für jedes Kalenderjahr so angepasst, dass die vom Nutzer angegebene Jahresfahrleistung vollständig erhalten bleibt.

Im Referenzbeispiel ergeben 18.000 km/Jahr bei 17,5 kWh/100 km deshalb unabhängig von der Verteilung exakt 3.150 kWh Fahrenergiebedarf.

Kalenderabhängige Berechnung

Das Ladeprofil wird für das jeweilige Kalenderjahr neu erzeugt. Dadurch werden die tatsächlichen Wochentage des Jahres berücksichtigt.

Ein Montag bleibt ein Werktag, ein Samstag wird mit dem angegebenen Samstagsprofil berechnet und ein Sonntag mit dem Sonntagsprofil.

Für die Speicherberechnung verwendet SpeicherGrenze damit kein abstraktes Standardjahr mit einer immer gleichen Wochenfolge.

Stabile Jahresgrenze

Der Energiezustand der Fahrzeugbatterie darf nicht davon abhängen, mit welchem willkürlichen Ladezustand die Berechnung am 1. Januar gestartet wird.

SpeicherGrenze behandelt das Fahrzeug deshalb als wiederkehrendes Jahressystem. Die Berechnung wird so lange auf das gleiche Jahr angewendet, bis sich der Batteriezustand an der Jahresgrenze stabilisiert hat.

Erst dieser stabile Jahreszustand wird für das endgültige Ladeprofil verwendet.

Dadurch wird verhindert, dass ein zufällig gewählter Startwert das Ergebnis der Speicherberechnung beeinflusst.

Referenzprofil

Das in Kapitel 5 veröffentlichte CSV dient gleichzeitig als reproduzierbares Referenzbeispiel der Methodik.

Die Datei wurde direkt mit der produktiven Berechnungslogik von SpeicherGrenze erzeugt. Bei unveränderter Methodik und identischen Eingabedaten muss das gleiche Ladeprofil erneut entstehen.

Änderungen an der Berechnungslogik können dadurch gegen einen bekannten Referenzfall geprüft werden.

Transparenz

SpeicherGrenze veröffentlicht die verwendeten Berechnungsmethoden bewusst offen.

Ziel ist es, Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar zu machen. Fachbetriebe, Planer und interessierte Nutzer sollen verstehen können, welche Eingabedaten verwendet werden, welche Annahmen getroffen werden und wie daraus die Ergebnisse entstehen.

Jede veröffentlichte Methodik wird versioniert. Änderungen am Berechnungsverfahren werden dokumentiert und ältere Versionen bleiben archiviert.

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